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Der österreichische Psychiater Reinhard Haller fordert ein Verbot von Ego-Shootern und unterstellt Gamern mangelnde Empathie.

Nach Deutschland sucht die unerquickliche “Killerspiel”-Debatte nun auch die Alpenrepublik heim. Und wo der deutsche Bundesinnenminister Thomas De Mainzière noch zur Diskussion über Gewaltspiele aufruft, fordert der österreichische Psychiater Reinhard Haller gleich ein Verbot.

“Es ist Abtötung des Einfühlungsvermögens. Es tritt hier ein Entmenschlichungseffekt ein. Das ist, glaube ich, der wirklich gefährliche Effekt von Computerspielen.”, erklärt der Psychiater. Haller geht noch einen Schritt weiter und verdreht eine Aussage von Stephen Hawking über die Wichtigkeit von Empathie zu einem Statement gegen Computerspiele: “Gewalttaten beruhen immer auf einer Unterdrückung der Empathie-Fähigkeit, des Einfühlungsvermögens. Der britische Astrophysiker Steven Hawking ist ja so weit gegangen, dass er gesagt hat, das Überleben der Menschheit wird davon abhängen, ob die Menschen es schaffen, die Empathie zu retten. Damit hat einer der intelligentesten Menschen die ganze Problematik von Computerspielen auf den Punkt gebracht.”

Haller hält ein Verbot von Ego-Shootern für “ideal”. Zustimmung erhält er dabei von der Jugendpsychiaterin Gabriele Wörgötter. Wörgötter äußert sich gegenüber dem Radio-Sender Ö1: “Aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht wäre ein Verbot sicherlich sinnvoll.”

In seiner Tätigkeit als Gerichtsgutachter ist Reinhard Haller keineswegs unumstritten. So attestierte Haller den NS-Kriegsverbrechern Heinrich Gross und Milivoj Ašner Demenz bewahrte sie so vor Strafe. Beide Täter zeigten in der Öffentlichkeit keine erkennbaren Zeichen von Demenz. Durch seine Gutachten brachte Haller der österreichischen Justiz den Ruf ein, nachlässig mit Nazi-Verbrechen umzugehen.

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Kommentar: Thomas De Maizière meint also, man müsste eine Debatte über Gewalt in Spielen führen. Ich denke: Diskutieren kann man immer, aber zu einer Diskussion gehört es auch, Unterstellungen und Hassbotschaften klar und deutlich zurück zu weisen. Und die Behauptung, Spieler von Ego-Shootern wären empathielose potentielle Killer, ist eine solche Unterstellung. Gleichzeitig eine offene Debatte und Zensur zu fordern ist ein Widerspruch in sich und sollte auch als solcher angeprangert werden. Gibt es Fehlentwicklungen innerhalb der Community mancher Spiele? Ja, die gibt es. Gelangen zu viele Spiele, die eigentlich für Erwachsene gedacht sind, in Kinderhände? Mit Sicherheit. Ist das eine Rechtfertigung, die Freiheit der Kunst abzuschaffen und Millionen von Menschen aufgrund eines harmlosen Hobbys zu verteufeln? Nein, das ist es nicht und das sollten wir auch laut und deutlich sagen.