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Des Öfteren schon kam es vor, dass Spiele in der breiten Öffentlichkeit umstritten waren und teils hitzige Kontroversen ausgelöst haben. In einigen Fällen hat die Aufregung durchaus ihre Berechtigung gehabt, wenn Spiele tatsächlich sexistische und rassistische Inhalte vermittelt haben. In den meisten Fällen aber wurden Kontroversen von Menschen ausgelöst, deren Beruf und Berufung die Suche nach einem universellen Sündenbock ist, den man für alles Übel der Welt verantwortlich machen kann. Hier stellen wir euch hier die zehn unnötigsten und dümmsten Streitigkeiten der Spielegeschichte vor:

10. Super Mario VS PETA

Kontroversen

In Super Mario Bros. 3 trägt Mario in manchen Abschnitten ein Waschbärenkostüm, das ihm einige neue Fähigkeiten verleiht. So weit, so harmlos. Denkt ihr jetzt bestimmt und dachten auch die Entwickler von Nintendo. Die Tierschutzorganisation PETA, so lobenswert ihre Ziele auch sind, dachte leider etwas Anderes und sah kein harmloses Kostüm, sondern Echtpelz und reagierte mit einer verstörenden Parodie: Einem Flashgame, in dem ein untoter, gehäuteter Marderhund sich seinen Pelz von Mario zurückholen muss. Liebe Aktivisten von PETA, euer Einsatz in allen Ehren. Natürlich ist es nicht in Ordnung, Pelz zu tragen, aber Mario ist erstens nicht real und sein Kostüm nicht aus Pelz. Echte Tiere brauchen euren Schutz nötiger als ein imaginärer, virtueller Marderhund.

9. Anita Sarkeesian vs Fallout Shelter

Die US-amerikanische Feministin Anita Sarkeesian hat ihr Leben der akribischen Suche nach Sexismus in Videospielen geweiht. In den meisten Fällen ist sie dabei auch sehr erfolgreich, aber schafft es diese moderne Inquisitorin denn auch, aus einem so harmlosem und unschuldigem Spiel wie Fallout Shelter Kontroversen zu konstruieren? Die Antwort ist einfach: Natürlich schafft sie das. In Fallout Shelter geht es bekanntlich darum, die Welt nach einer globalen Katastrophe mittels unterirdischer Vaults neu zu besiedeln. Gerade unter diesen Umständen ist es wenig verwunderlich, dass schwangere Frauen Kämpfe lieber vermeiden, statt mitsamt Nachwuchs von Goulen und Supermutanten gefressen zu werden. Leider denkt Anita Sarkesian nicht so rational wie die KI des Spiels und sieht in der Flucht schwangerer Charaktere sexistische Diskriminierung.

8. Portal 2 vs WBTV

Ein weiterer Fall, in dem ein unschuldig anmutendes Spiel in Kontroversen involviert war, war der Streit um Portal 2. “Alright, fatty. Adopted fatty. Fatty, fatty no parents”. So hat Widersacher Wheatley in Portal 2 nicht nur die Protagonistin, sondern auch den Vater einer adoptierten Tochter in North Carolina beleidigt, der den Vorfall dem Fernsehsender WBTV meldete, welcher prompt einen Skandal daraus konstruierte, wenn böse Charaktere in Spielen böse Dinge sagen. Im Gegensatz zu Vater und Fernsehsender hat die Tochter übrigens den Scherz verstanden und war nicht im Geringsten beleidigt. Für Leute, die mit der Portal-Reihe nicht vertraut sind: Wheatley ist eine künstliche Intelligenz, hat also selbst notgedrungen keine Eltern. Dass er sich über menschliche Waisenkinder lustig macht, sollte also nur illustrieren, wie wirr es in seinen Schaltkreisen zuging.

7. „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“

Diese Kontroverse wäre mit Sicherheit auf einem höheren Platz gelandet, hätte sie mehr Zuspruch in der Bevölkerung erfahren. Zum Glück gab es letzten Endes aber nur wenige Menschen, die sich dieser fragwürdigen Aktion anschlossen. Nachdem Amoklauf in Winnenden im Jahre 2009 waren Boulevard-Medien und populistischen Politiker schnell zur Stelle, um Videospiele zum Sündenbock zu machen. Am 23. März 2009 wurde das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden gegründet und forderte das Verbot von, wie sie es nannten, „Killerspielen“. Sie beließen es aber nicht bei der Forderung, sondern setzen auf eine hochgradig verstörende Art von Aktionismus: Jugendliche sollten ihre Gewaltspiele zerstören und durften dafür an einer Verlosung teilnehmen. Die Zerstörungsaktion hätte erschreckenden Parallelen zu den Bücherverbrennungen aus den dunkelsten Kapiteln deutscher Geschichte gehabt, hätten denn mehr Menschen daran teilgenommen. Doch zum Glück warteten die Veranstalter vergebens auf Teilnehmer.

6. Target vs GTA 5

Kontroversen

In GTA 5 kann man bekanntlich vieles machen, was illegal, unmoralisch und politisch nicht korrekt ist. Der gelegentliche Mord gehört einfach zum Verbrecherleben in Los Santos. Das allein wäre noch nicht das Problem gewesen, wäre das Töten nicht auch bei Prostituierten nach Inanspruchnahme ihrer Dienstleistungen möglich. Kenner der Materie werden freilich argumentieren, dass diese Morde nicht zur Hauptaufgabe im Spiel gehören und dass spielerische Freiheit in Open World-Spielen auch die Freiheit miteinschließt, böse zu sein. Kenner der Materie entscheiden aber nicht über das Angebot der  australischem Filialen der Handelskette Target, welche das Spiel sofort aus den Regalen genommen hat, weil es ihrer Meinung nach zur Gewalt gegen Frauen auffordern würde.

5. Gamergate vs Baldur’s Gate

Eine transsexuelle Händerlin in Baldur’s Gate: Siege of Dragonspear erregte im Frühjahr dieses Jahres die Gemüter einiger, mutmaßlich der Gamergate-Bewegung nahestehender, User auf Steam. Diese Leute sahen darin das Gespenst einer ideologischen Einflussnahme und stellten die Behauptung auf, dass Transsexualität in einem Fantasy-Setting nichts verloren hätte. Aber: Diese Leute haben keine Ahnung von Dungeons and Dragons, dem Regelwerk, auf dem die Baldur’s Gate-Reihe aufbaut. Dort gab es den Gürtel der Geschlechtsumwandlung schon viele Jahre bevor Gamergater und Tumblr-Feministinnen in den sozialen Medien Beleidigungen austauschen konnten. Der Charakter hat mit politischen Ideologien also soviel zu tun, wie ein Eisbär mit dem tropischen Regelwald.

4. Jack Thomson vs Bully

Der amerikanische Anwalt und Brandredner Jack Thompson ist bekannt für absurde Hetzkampagnen gegen Spiele, aber im Fall von Bully hat er sich selbst übertroffen und gezeigt, dass er nicht mehr als die Titel der Spiele kennt, gegen die er Hass schürt. Bei diesem Spiel schloss er nämlich darauf, dass es „bullying“, also Mobbing propagieren würde. Im Gegenteil geht es im Spiel aber tatsächlich darum, die Schüler gegen die Bullies zu vereinen und den Opfern zu helfen. Allerdings, was soll man von einem Mann wie Jack Thompson, der behauptet, dass nicht Waffen, sondern Videospiele Menschen töten würden, schon erwarten.

3. Fox News vs Mass Effect

Wie den meisten Gamern bekannt sein dürfte, gibt es bei Mass Effect Romanzen. Und weil Mass Effect ein Spiel für Erwachsene ist, gehen die manchmal über bloßes Händchenhalten hinaus. Das ist mehr als man Kindern und reaktionären Amerikanern zumuten kann, dachten sich die Redakteure des konservativen US-Senders Fox News und starteten mit wenig Wissen aber umso mehr religiösem Eifer eine Hetzkampagne gegen das Science-Fiction-RPG. Das Skurrilste an der Debatte war, dass die „Experten“ von Fox News ganz offensichtlich nie ernsthaft über das Spiel recherchiert geschweige denn, es angespielt hatten. Denn nach ihrer Darstellung ging es in dem Spiel primär darum, als Mann möglichst viele Frauen abzuschleppen. Tatsächlich kann man das Geschlecht des Protagonisten wählen, die Romanzen sind kleine Nebenplots, bei denen Beziehungen zu männlichen wie auch weiblichen Charakteren möglich sind.

2. Christian Pfeiffer vs WOW

Kontroversen

Zwar haben die USA auch einiges zu bieten, was dumme Spiele-Kontroversen angeht, aber die ersten beiden Plätze gehen doch an Deutschland: Der deutsche Kriminologe und Ex-Politiker Christian Pfeiffer stellte die skurrile These auf, World of Warcraft würde Alkoholismus fördern. Als „Beweis“ für seine Behauptung nannte er ein Ingame-Event, das dem Oktoberfest nachempfunden war. Erwartungsgemäß erhielt er dafür viel Zustimmung aus der Politik, auch und insbesondere von Parteien, deren Wahlkampf sich hauptsächlich in Bierzelten abspielt. Aber es wird noch schlimmer: Peinlicherweise hat Blizzard den Schwanz eingezogen und zwei Quests aus dem Event von den europäischen Servern entfernt.

1 RTL vs uns alle

Ihr habt es natürlich schon geahnt, den ersten Platz im Rennen um die dümmsten Spiele-Kontroversen hält RTL seit dem Hetzbericht über die Gamescom 2011 und den wird der Boulevard-Sender, bekannt durch leichte Inhalte und weniger leichtgewichtiges Publikum, vermutlich auch so bald nicht verlieren. Körpergeruch und soziale Inkompetenz wurde Gamern da unterstellt, Eigenschaften, die RTL wohl viel eher beim eigenen Publikum finden wird.

Fallen euch noch Kontroversen ein, in denen sich Menschen auf dumme und peinlich Weise über Spiele oder Gamer aufgeregt haben? Sagt es uns in den Kommentaren! Für die aktuellsten Spiele-Nachrichten, folgt uns auf Facebook.