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Auch wenn das Geschlechterverhältnis in Spielen in den letzten Jahren deutlich ausgeglichener geworden ist und kein Mensch, der einigermaßen klar im Kopf ist, sich mehr über zockende Frauen wundert, Sexismus in der Gaming-Community ist noch nicht überwunden. Und ich rede hier nicht von der Tumblr-Definition von Sexismus, sondern von echten und dabei wirklich ekligen und dummen Vorurteilen.

Dabei behaupte ich nun nicht, dass alle Geschlechterstereotype aus der Luft gegriffen werden. Viele Klischees haben einen wahren Kern. Dass in MMORPGs Frauen häufiger Heiler und Männer häufiger Tanks spielen, würden die wenigsten bestreiten. Anders verhält es sich mit den Vorurteilen, die ich euch hier vorstellen möchte. Denn die sind mitunter so sinnleer und aus der Luft gegriffen, dass man die geistige Gesundheit der Menschen, die sie in Umlauf gebracht haben, kritisch hinterfragen muss.

An dieser Stelle sei auch noch angemerkt: Sexismus unter Gamern kommt vor, ist aber längst nicht allgegenwärtig. Und Gaming-Community ist nicht gleich Gaming-Community. In vielen Spielen herrscht Gleichberechtigung und ein gepflegter zwischenmenschlicher Umgang. Bei Spielen wie Counterstrike, in denen der sportliche Wettbewerb im Vordergrund steht, zählt wie gut man spielt, das Geschlecht ist meist unerheblich. In MMORPGs wie Guild Wars 2 oder ESO ist es eher umgekehrt so, dass sich männliche Spieler gerne als Kavaliere präsentieren und ihren Mitspielerinnen gegenüber besonders zuvorkommend und hilfsbereit sind.

Sexismus in Mainstream-Titeln am weitesten verbreitet

Aber gerade in Spielen, die es in den gesellschaftlichen Mainstream geschafft haben, wie FIFA oder Call of Duty, verhalten sich viele Spieler wie zehnjährige Jungen, die ihr Spielzeug nicht mit den Mädchen teilen wollen. Was in manchen Fällen daran liegen könnte, dass sie zehnjährige Jungen, die ihr Spielzeug nicht mit den Mädchen teilen wollen, sind. Frauen haben es nicht immer leicht in diesen Spielen, wenn sie nicht gerade die Haut eines Panzernashorns und den Magen eines Wildschweins haben – oder kein Headset und eine sehr lange Blockliste.
Doch egal, ob sie nun in Unreife oder fragwürdigen Ideologien ihren Ursprung haben, die Vorurteile gegen weibliche Gamer sind zahlreich und schwachsinnig. Die neun dümmsten zeigen wir euch hier:

9. Frauen spielen nur Candy Crush Saga.

Sexismus

Viele Frauen spielen Candy Crush Saga. Aber es sind nicht unbedingt die Frauen, die sich selbst als Gamerinnen bezeichnen.

„Moment, das ist doch gar nicht so dumm, weil tatsächlich vor allem Frauen Candy Crush Saga spielen!“, werden viele dieser Stelle sagen. Das ist prinzipiell richtig. Bei Match-3-Spielen liegt der Frauenanteil bei 69 Prozent.

Dennoch gibt es da einen schwerwiegenden Denkfehler: Frauen, die Candy Crush Saga spielen, sind üblicherweise nicht die Frauen, die man in Online-Spielen oder Gaming-Gruppen antrifft. Die wenigsten Frauen, deren Spielerfahrung sich auf Candy Crush und Farmville beschränkt, würden sich selbst als Gamer bezeichnen. Wer also behauptet, Frauen würden nur Candy Crush spielen, müsste auch behaupten, dass Männer nur FIFA spielen, weil die meisten FIFA-Spieler männlich sind.

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