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US-amerikanische Neonazis haben zu einem Boykott von Wolfenstein: The New Colossus aufgerufen, weil der Held dort gegen Nazis kämpft.

Rechtsextremisten in den USA sind nicht für ihre schnelle Auffassungsgabe bekannt. Das zeigt auch der jüngste Boykottaufruf amerikanischer Neonazi-Gruppen gegen Bethesdas Shooter Wolfenstein: The New Colossus. Denn 36 Jahre nach dem Release des ursprünglichen Castle Wolfenstein im Jahr 1981 ist den Neonazis schließlich aufgefallen, dass Nazis in der Reihe die Bösen sind. Der Auslöser für ihren Boykott dürfte ein Tweet von Bethesda gewesen sein, mit dem die Entwickler dazu aufrufen, Amerika wieder Nazi-frei zu machen. Nach den rassistischen Unruhen in Charlottesville wirkt die Thematik des Spiels aktueller als ursprünglich geplant.

Einige Anhänger rechtsextremer Ideologien sehen darin linke Propaganda. Sie behaupten, Bethesda wäre von “Social Justice Warriors”, frei übersetzt “Gutmenschen”, gesteuert. Dass der Tweet Donald Trumps Wahlslogan “Make America great again” parodiert, stößt rechten Amerikanern ebenso sauer auf, wie die Tatsache, dass Nazis die Schurken im Spiel sind.

In Deutschland hat das Spiel freilich mit anderen Problemen zu kämpfen. Denn obwohl die Nazis die Bösewichte sind, darf ein Spiel hierzulande – im Gegensatz zu einem Film oder einer Serie – immer noch nicht gedeckt durch die Freiheit der Kunst ihre Symbole darstellen. Daher wird Wolfenstein: The New Colossus in Deutschland auch nur in einer stark zensierten Fassung erscheinen. Dort halten nicht die Nazis, sondern “das Regime” Amerika besetzt. Immerhin gibt es aber keine Zensur der Gewalt. Für Österreich gelten die gleiche Einschränkungen. Wolfenstein: The New Colossus erscheint am 27. Oktober 2017 für PC, PS4 und Xbox One.

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