Neue Regelungen für die Spieler aus China

Die chinesische Regierung führt seit Jahren einen erbitterten Kampf gegen Videospiele. Insbesondere haben die Beamten verzweifelt nach Wegen gesucht, um Kinder davon abzuhalten, zu viele Spiele zu spielen oder zu lange gleichzeitig zu spielen. Nun scheint es, als würden die Regulierungsbehörden sogar noch weitere Maßnahmen ergreifen, um alle Kinder, die sich ein bisschen zusätzliche Spielzeit erhoffen, zu verfolgen und einzuschränken.

Ein staatliches Authentifizierungssystem, das bis September in dem Land eingeführt werden soll, wird die Spieler dazu zwingen, sich mit ihrem echten Namen und nicht mit einem Spiele-Tag oder Online-Pseudonym anzumelden.

Feng Shixin, ein Beamter der Zentralen Werbeabteilung der Kommunistischen Partei, bestätigte, dass die Spieleentwickler aufgefordert werden, dem System in „Stapeln“ beizutreten. Shixin überbrachte die Nachricht während der ChinaJoy, der größten Spiele-Expo des Bezirks, wie die staatlichen Medien (über Abacus) berichteten.

Berichten zufolge drängt die Regierung seit geraumer Zeit auf diesen Plan und argumentiert, dass das System notwendig sei um kontrollieren zu können, was und wie Minderjährige spielen. Erst im vergangenen Jahr führte die State Administration of Press and Publications (SAPP) strenge neue Grenzen dafür ein, wie viel Zeit und Geld Kinder für Videospiele ausgeben dürfen.

Nach den derzeitigen Regeln dürfen Kinder unter 18 Jahren werktags nur 90 Minuten lang spielen, und zwar nur zwischen 8 und 22 Uhr. Diese Einschränkungen wurden angeblich eingeführt, um Probleme wie Abhängigkeit von Videospielen, Kurzsichtigkeit und „schlechte schulische Leistungen in einem breiten Teil der Gesellschaft“ zu bekämpfen. „Diese Probleme beeinträchtigen die körperliche und geistige Gesundheit von Minderjährigen sowie ihr normales Lernen und Leben“, sagte die National Press and Publication Administration damals in einer Erklärung.

Tencent und NetEase, die beiden größten Spielkonzerne Chinas, konnten bereits vor der Einführung dieser Beschränkungen ihre eigenen Identifikationssysteme einführen. Es ist nicht ganz klar, wie sich die nationale Systemverifizierung unterscheiden wird oder wie viel strenger es am Ende sein wird. Eine Reihe unabhängiger Systeme sind bereits ziemlich streng, wobei Tencent’s Arena Of Valour für die Anmeldung tatsächlich einen Scan mit Gesichtserkennung erfordert.

Shixin erklärte während der Expo, dass die Aufsichtsbehörden bereits damit begonnen haben, Spiele genauer unter die Lupe zu nehmen, und dass weitere Inspektionen anstehen. Abacus berichtet, dass in der ersten Hälfte des Jahres 2020 fast 100 Spiele bestraft wurden, weil sie ohne ordnungsgemäße Genehmigung stattfanden.