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ArenaNet hat sich von der Autorin Jessica Price getrennt, nachdem sie einen YouTuber, für einen kritischen Kommentar wüst beschimpft und als Sexisten diskreditiert hatte.

Was als Diskussion über Charakter-Design in MMORPGs auf Twitter begann, eskalierte so sehr, dass es mit der Entlassung von zwei ArenaNet-Autoren endete. In einem Tweet erklärte die Autorin Jessica Price die Schwierigkeiten beim Schreiben guter MMORPG-Charaktere. Zu starke Persönlichkeiten seien fehl am Platz, da sie den Spielercharakteren ansonsten die Show stehlen würden. Der Streamer und YouTuber Deroir reagierte auf ihren Tweet mit Lob, äußerte aber eine leicht abweichende Meinung. Seiner Ansicht nach sei das Problem nicht das MMORPG-Genre per se, sondern das Konzept der Lebendigen Welt in Guild Wars 2. Dabei werden neue Inhalte ähnlich wie Episoden einer TV-Serie präsentiert und die Geschichte so stetig fortgesetzt. Deroirs Kritik war ausgesprochen höflich und keinesfalls als Angriff auf die Autorin formuliert, sodass ihre Reaktion umso befremdlicher wirkte.

Feedback unerwünscht!

Denn Price konnte abweichende Meinungen offenbar auch dann nicht akzeptieren, wenn sie höflich formuliert wurden. Statt auf den Kritikpunkt einzugehen, empfand sie es als anmaßend, dass es ein Laie wagte, sie als Profi zu kritisieren. Sie zog es vor, dem YouTuber Sexismus zu unterstellen. Als Frau in der Spielebranche wäre sie ständig mit ahnungslosen Leute konfrontiert, die versuchen würden, ihr ihren Job zu erklären.

Statt sich nach ihrem Wutausbruch zu beruhigen, legte die streitbare Dame mit deftigen Beschimpfungen nach. Wenn ein “x-beliebiges Arschgesicht” ihr, die sie über ein Jahrzehnt als Autorin tätig sei, das Konzept, verzweigter Dialoge erklären wolle, würde sie es sofort blocken.

Ihr Kollege Peter Fries stellte sich hinter die aggressive Entwicklerin. Sie habe nie um Feedback gebeten, erklärte er auf Twitter. Eine Erklärung, warum jemand, der keine Feedback will, Beiträge auf Twitter postet, blieb er aber schuldig. Für ArenaNet war das zu viel schlechte PR auf einmal, weshalb sich das Unternehmen von beiden Entwicklern trennte. Unterstützer von Price und Fries halten dagegen, dass die Autoren ihre Meinungen nur auf ihren privaten Twitter-Accounts kundgetan hätten. Befürworter der Entlassungen argumentieren damit, dass Twitter eine öffentliche Plattform sei und daher solche Äußerungen von Entwicklern sehr wohl einem Unternehmen schaden würden. Im offiziellen Forum kommentiert ArenaNet den Vorfall folgender Maßen:

Jüngst haben sich zwei unserer Mitarbeiter auf eine Art und Weise verhalten, die nicht den Kommunikationsstandards entspricht, die wir an unsere Interaktion mit den Spielern anlegen. Ihre Angriffe auf die Community werden nicht akzeptiert. Als Folge davon arbeiten sie nicht länger für unsere Firma. Wir möchten klarstellen, dass keine ihrer Äußerungen in irgendeiner Weise die Ansichten von ArenaNet repräsentiert. Als Firma streben wir stets nach einem fruchtbaren Austausch mit der Guild-Wars-Community. Wir schätzen euren Input. Wir entwickeln dieses Spiel für euch.

Denkt ihr, dass ArenaNet die beiden Autoren zurecht gefeuert hat? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren! Folgt uns auf Facebook, wenn ihr keine News aus der Welt des Gaming verpassen wollt.