Noch geben Spielekonsolen den Ton an. Oder doch nicht? Seit Jahren bricht der Umsatz in diesem Bereich ein. Indirekt wurde bekannt, dass die PS 5 die letzte ihrer Art sein soll. Die Produktionszahlen wurden auf ein Minimum gesetzt, damit Ende 2020 der Verkauf zu einem Erfolg wird. Nur noch die ältere Generation kauft Spielekonsolen. Die jüngeren greifen auf das Smartphone zu und das klappt mittlerweile auch bei komplexen Konsolenspielen sehr gut.

Der Markt hat sich komplett verändert. Früher war die Hardware für den Spielgenuss entscheidend. Das ist heute nicht mehr der Fall. Selbst mit einer geringen Hardwarevoraussetzung lassen sich komplexe Anwendungen spielen. Möglich macht das zu einem die Cloud und zum anderen der neue 5G Standard, der nach und nach in Deutschland ausgebaut wird. Damit ist die Zeit von Konsolen und Gaming-PCs endgültig vorbei. Ein einfacher PC oder ein normales Smartphone reichen in der Zukunft vollkommen aus. Mit dieser Änderung platzen auch neue Anbieter in den Markt. So zum Beispiel Amazon und Netflix, die künftig vielleicht sogar die Marktführung übernehmen könnten und andere Betreiber verdrängen.

Die Pläne von Netflix

Der Konzern, der 1997 gegründet wurde, hat über 190 Millionen Abonnementen weltweit und zusammen mit Amazon sind beide die größten Anbieter mit einer enormen Marktmacht, nicht nur im Streaming Bereich. Netflix plant nun, den Gaming-Markt neu aufzufrischen und die alten Anbieter zu vertreiben. Das könnte durchaus gelingen.

Reed Hasting, der Co-Gründer, sagte vor Kurzem, das Bereiche wie Live-News und Sport für Netflix uninteressant wären, der Gaming-Markt hingegen aber mit vielen Vorteilen verlocken würde. Ob bereits ein Budget bestehen würde, wurde nicht kommentiert. Es gilt aber als klar, dass sowohl Netflix als auch Amazon in den Spielemarkt einsteigen werden.

Gaming per Streaming

Das ist die Zukunft. Keiner wird mehr Spiele kaufen wollen. Im Bereich der Software-Anwendungen sehen wir das ja schon seit Jahren. Word und Co. werden bald nur noch online verfügbar sein und nicht mehr als Kaufversion im Download.

Ähnlich verhält es sich mit den Spielen, die heute noch für 60 – 200 Euro gekauft werden können. Cloud Gaming ist bereits jetzt schon das große Geschäft. Dabei werden die Videospiele auf den PC, die Konsole oder das Smartphone gestreamt. Die Hardware war bislang aber immer noch ausschlaggebend. Durch den neuen 5G Standard könnte sich das nun ändern. Generell sind beim Streaming aber keine hohen Hardware-Anforderungen gegeben, so dass auch mit älteren Geräten anspruchsvolle Spiele gestreamt werden können.

Netflix boomt

Seit Corona boomt Netflix. Schon 2019 gab es viele Erfolge. Haus des Geldes, Bird Box, Stranger Things und der Tiger King zogen die User in Scharren an. Die Menschen wetten auf alles, sogar auf den Tigerkönig, der immer mehr Aufmerksamkeit auf Netflix bekam. Doch Serien und Filme reichen dem Konzern längst nicht mehr. Nun soll der Gaming-Markt erobert werden. Die finanziellen Reserven sind aber knapp, es könnte gut sein, das Amazon als Erster kommt.