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PUBG könnte bald Teil eines perfiden Überwachungssystems werden. Denn Tencent will weit mehr als nur die Rechte an der Vermarktung.

Wie bereits bekannt ist, hat sich der Technikkonzern Tencent in China die Rechte an der Vermarktung von Playerunknown’s Battlegrounds gesichert. Tencent liebäugelte sogar mit der Idee, Bluehold Studios komplett aufzukaufen. PUBG ist nicht das erste Spiel, das in China von Tencent vertrieben wird. Über die Tochterfirma Riot ist der Konzern Eigentümer von League of Legends. Die Firma besitzt Anteile der Entwickler von Clash of Clans und Clash Royale, 50 Prozent Anteil am Gears of War Franchise und über einen Aktienrückkauf von Vivendi sogar 25 Prozent von Activision Blizzard. Darüber hinaus betreibt Tencent den Messenger-Dienst WeChat, der 850 Millionen User hat.

Doch Tencent ist leider bei weitem Mehr als ein erfolgreiches Internet-Unternehmen. Denn ab dem Jahr 2020 plant die chinesische Regierung eine Form der Überwachung der Bürger, die man bisher nur aus dystopischen Science-Fiction-Romanen kannte. Kern der Überwachungsmaßnahmen ist der Social-Credit-Score (SCS), der sich aus allen Aktivitäten des Lebens eines Bürgers zusammenstellt. In die Bewertung fließt etwa ein, was ein Bürger kauft, mit wem er Kontakt hat und welche Steuern er bezahlt. Ein Bewertungskriterium ist auch die Zeit, die ein Mensch in Online-Spielen verbringt. Leute, die häufigen spielen, werden von diesem System als faul diffamiert.

Vom SCS hängt dann auch ab, welche Chancen ein Bürger im Leben hat. So braucht man einen hohen SCS, um bestimmte Reisen tätigen zu können oder gute Jobs und Wohnungen zu bekommen. So dürfen etwa Personen mit sehr guten Werten Journalisten oder Beamte werden. Auch bei Versicherungen, Krediten und schnellem Internetzugang spielt der SCS eine Rolle. Das perfide System führt sogar eine Form der Sippenhaftung ein, denn private Schulen und Kindergärten stehen nur den Kindern von Bürgern mit hohen Werten offen.

Tencent hat als größter Internet- und Gaming-Konzern bei der Bespitzelung der chinesischen Bevölkerung eine Schlüsselrolle, die vielen Usern derzeit noch nicht bewusst ist. Einen einzelnen positiven Nebeneffekt könnte dieses totalitäre System ironischer Weise haben. Denn auch, wer in Spielen schummelt, senkt dadurch seinen SCS. Damit könnte das Problem chinesischer Cheater ein jähes Ende finden. Wenn ihr keine News aus der Welt des Gaming verpassen wollt, folgt uns auf Facebook!