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Und zwar im Wortsinn! Wir stellen euch Spiel-Features vor, die als Witz, Aprilscherz und Internet-Mythos begannen.

Spieleentwickler sind von Natur aus humorvolle Menschen, die sich manchmal ein Späßchen mit ihrem Publikum erlauben. Aprilscherze haben in vielen Online-Spielen eine lange Tradition. Manchmal schafft es eine Community dagegen auch ganz ohne Zutun der Entwickler, sich durch aberwitzige Mythen ins Bockshorn zu jagen. Sehr viel seltener ist es jedoch, dass eine Ankündigung, die als Aprilscherz gedacht war oder ein wild gewordener Foren-Mythos tatsächlich als Feature in einem Spiel umgesetzt wird. Hier sind Spiel-Features, die auf diesem, ungewöhnlichen Weg eingeführt wurden.

Diese Spielelemente begannen als Witz

World of Warcraft – Pandaren

Mit den Pandaren hat Blizzard gezeigt, wie man dem Publikum im doppelten Sinne einen Bären aufbindet. Bereits im Jahre 2003 stellte Blizzard die Pandas als fünfte Rasse von Warcraft 3 vor. Das war ein Jahr vor dem Release von WOW und fünf Jahre vor Kung Fu Panda. Die Vorstellung war allerdings ein Aprilscherz, was die meisten Fans auch sofort erkannten. Neun Jahre später jedoch, war das Bärchen, das uns Blizzard damals aufgebunden hatte ausgewachsen. 2012, mit der Veröffentlichung von Mists of Pandaria, wurden die Pandaren als spielbare Rasse in World of Warcraft eingeführt. Anfangs reagierte die Community verwundert bis ablehnend auf die Pandas. Inzwischen sind sie aber etablierter Teil des WOW-Universums.

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Guild Wars 2 – Ingenieur

Am 1. April 2011 stellt ArenaNet den Commando vor, eine Klasse, die gut in einen Shooter, aber schlecht in ein Fantasy-Rollenspiel passen würde. Dazu gab es sogar einen recht aufwändig gestalteten Trailer. Dennoch war der Aprilscherz allzu offensichtlich, so dass kaum jemand auf die Idee gekommen wäre, eine solche Klasse könne wirklich den Weg in Guild Wars 2 finden. Damals waren allerdings noch bekannt, was sich zwischen Guild Wars 1 und Guild Wars 2 alles verändern würde.

Witz

Nachdem in Tyria 200 Jahre vergingen und das Schießpulver erfunden wurde, war eine solche Klasse plötzlich gar nicht mehr so abwegig. Und so kam es, dass im August 2012, als Guild Wars 2 schließlich veröffentlicht wurde, der Ingenieur eine von acht spielbaren Klassen wurde. Diese Klasse hantiert ebenfalls mit Gewehren, Pistolen, Granaten, Bomben und Flammenwerfern. Anders als bei den Pandaren in WOW war die Reaktion auf den Ingenieur weniger negativ. Nach dem Motto „leben und leben lassen“ gaben sich Leute, die keine Gewehre und Pistolen in Fantasy-Welten mögen, damit zufrieden, andere Klassen zu spielen.

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Diablo 2 & 3 – Kuhlevel

Der Kuhlevel gehörte ohne Zweifel zu den größten Mysterien in der Geschichte des Gaming. Im ersten Diablo rankten sich zahllose Gerüchte und Mythen um die Existenz eines Kuhlevels. Das Internet steckte noch in den Kinderschuhen, soziale Netze gab es nicht, so dass sich Gerüchte noch in erster Linie auf mündlichem Weg verbreiteten. Der Mythos wurde also von Spielermund zu Spielerohr weitergegeben, Stille-Post-Effekt inklusive.

Auch ohne Facebook und Twitter verbreiteten sich die vermeintlichen Tricks, um in den Kuhlevel zu gelangen schneller, als man „muh“ sagen konnte. In der Erweiterung Hellfire bekam das Gerücht neue Nahrung durch den irren Lester, der als Questbelohnung die „Bovine Plate“ verschenkte. Es gab dabei aber ein Problem: Keiner der Tricks funktionierte. Das lag daran, dass in Diablo 1 kein Kuhlevel existierte. In Diablo 2 nahm sich Blizzard den sehnlichen Wunsch der Spieler nach mehr Kuh-Content aber zu Herzen und spendierte dem Spiel einen Kuhlevel. Mittlerweile haben die Kühe auch in Diablo 3 wieder ihren Platz.

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GTA 5 – Bigfoot

Bigfoot war einer der größten Mythen von GTA San Andreas. Der Mythos verbreitete sich rasch im Internet und Spieler machten sich auf die Suche nach dem vermeintlichen Easter Egg. Es dauerte nicht lang, da tauchten erste Screenshots auf. Die waren natürlich allesamt nicht sondern das Werk kreativer Spaßvögel. Im Gegensatz zu anderen Spieleentwicklern, die das Gerücht wohl einfach als solches bloßgestellt hätten, wollte Rockstar den Fans ihre liebste Schnitzeljagd aber nicht nehmen. So erklärte Rockstar-Gründerin Terry Donovan, dass es zwar keinen Bigfoot, sehr wohl aber „etwas“ in den Wändern gäbe. Die Suche ging weiter.

Zwei Spiele, zahlreiche Mods und falsche Screenshots später, fassten sich die Entwickler ein Herz und ließen den Mythos wahr werden. In der Mission Raubtier kann Michael das geheimnisvolle Wesen mit der Wärmesicht des Scharfschützengewehrs ausmachen, während er den Auftrag hat, auf die O’Neil-Brüder zu schießen. In der Mission „Das Letzte“ muss man Jagd auf den letzten Bigfoot machen, der sich dann aber als Mensch herausstellt.

Pokémon Go

Ja, Pokémon Go war ursprünglich ein Aprilscherz, und zwar nicht nur einzelne Feature oder Easter Eggs, sonder das gesamte Spiel. Am 1. April 2014 wurde Pokémon Challenge von Google vorgestellt. In dem Video waren Menschen zu sehen, die in der realen Welt nach Pokémon…

Niantic Labs

Ihr könnt euch mit Sicherheit denken, was das Konzept war. Ob das Video damals wirklich nur ein Aprilscherz war oder ein erster Test, um einzuschätzen, wie die Öffentlichkeit auf das Spiel reagieren würde, werden die Verantwortlichen wohl so schnell nicht verraten. Auf jeden Fall gehörte Niantic in dieser Zeit noch zu Google.

Ob nun als Easter Eggs, wie bei Diablo und GTA, als grundlegende Spiel-Features wie bei Guild Wars und WOW oder gar als komplettes Spiel wie bei Pokémon Go: Dass eine Idee ursprünglich ein Scherz war, bedeutet nicht, dass sie nicht auch gut in einem Spiel umgesetzt werden kann.

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