Ubisoft hat bekannt gegeben, dass es eine Tochtergesellschaft im Wert von 4 Milliarden Euro gegründet hat, die sich auf die Entwicklung, Vermarktung und den Vertrieb der drei größten Spieleserien des Unternehmens konzentrieren wird: Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six. Tencent hält mit einer Investition von 1,2 Milliarden Euro die Mehrheitsbeteiligung an dieser neuen Tochtergesellschaft.

Ubisoft in finanziellen Turbulenzen

In den letzten Jahren hatte Ubisoft mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Eine Reihe von Triple-A-Titeln, darunter Star Wars Outlaws, XDefiant und Avatar: Frontiers of Pandora, blieben hinter den Erwartungen zurück. Trotz eines vielversprechenden Starts von Assassin’s Creed Shadows befindet sich das Unternehmen weiterhin im Wandel.

Berichte deuteten bereits darauf hin, dass Ubisoft erwog, einige seiner Marken und geistigen Eigentumsrechte an andere Unternehmen zu verkaufen. Microsoft und Tencent wurden als potenzielle Interessenten gehandelt. Diese Spekulationen scheinen sich nun zu bestätigen, da Ubisoft und Tencent gemeinsam eine Tochtergesellschaft gründen, die ihre wertvollsten Marken verwalten wird.

Tencent erhält Mehrheitsbeteiligung an Ubisofts größten Marken

Laut der französischen Zeitung Les Echos wird die neue Tochtergesellschaft drei der wichtigsten Ubisoft-Marken Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six unter einem Dach vereinen. Tencent, das bereits seit längerem Interesse an Ubisoft-Titeln gezeigt hat, investiert 1,2 Milliarden Euro in die Tochtergesellschaft und sichert sich damit die Mehrheit an diesem neuen Unternehmenszweig. Der Abschluss der Transaktion ist für Ende 2025 geplant.

Die Tochtergesellschaft wird ihren Sitz in Frankreich haben und sich um die Entwicklung, das Publishing, das Marketing und den Vertrieb der genannten Spiele kümmern. Zudem werden Mitarbeiter aus Ubisoft-Studios in Quebec, Montreal, Barcelona, Sofia und weiteren Standorten in die neue Einheit übertragen. Welche Auswirkungen dies auf die nicht in der Tochtergesellschaft enthaltenen Ubisoft-Franchises hat, bleibt abzuwarten.

Strategische Neuausrichtung und Zukunftsaussichten

Ubisoft-CEO Yves Guillemot bezeichnet diese Neustrukturierung als entscheidenden Schritt für die Transformation des Unternehmens:

„Dies ist ein grundlegender Schritt in der Umstellung unseres Betriebsmodells, der es uns ermöglicht, sowohl agil als auch ambitioniert zu agieren. Unser Fokus liegt auf dem Aufbau robuster Spiele-Ökosysteme, die langfristig bestehen bleiben, sowie auf der Weiterentwicklung leistungsstarker Marken und der Schaffung neuer IPs, die auf modernster Technologie basieren.“

Laut Ubisoft umfasst die neue Tochtergesellschaft sowohl bestehende als auch sich in Entwicklung befindliche Spiele sowie zukünftige Projekte aus den Studios in Montreal, Quebec City, Sherbrooke, Saguenay, Barcelona und Sofia. Gleichzeitig bleibt Ubisoft weiterhin bestrebt, die Entwicklung seiner Ghost Recon- und The Division-Franchises voranzutreiben und seine erfolgreichsten Titel weiter auszubauen.

Diese Partnerschaft mit Tencent könnte ein neuer Wendepunkt für Ubisoft sein, das sich mit strukturellen und finanziellen Herausforderungen konfrontiert sieht. Ob diese strategische Neuausrichtung den erhofften Erfolg bringt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.