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Ocean´s 8 war dieses Jahr einer der Kassenschlager Hollywoods. Dass der Film erfolgreich sein würde, war vorhersehbar. Die Regie übernahm Gary Ross, der bereits sein Können in The Hunger Games unter Beweis gestellt hatte. Die Rollen wurden mit populären Namen wie Sandra Bullock, Cate Blanchett, Anne Hathaway oder Rihanna besetzt. Und letztendlich wurde auch das Konzept des Drehbuchs kaum verändert. Der Film beginnt, ähnlich wie in Ocean´s 11,  mit einer Gefängnisentlassung. Diesmal ist es die Schwester des kriminellen Masterminds Danny Ocean, die einen cleveren Raubzug im Sinn hat. Schon der Trailer versprach uns ein ähnliches Vergnügen wie in der Vergangenheit. Das weiblich besetzte Spin-off hat diesmal sogar seine Vorgänger übertrumpft und an den Kinokassen stark abgeräumt. Werfen wir nun einen kurzen Blick in die Vergangenheit der Ocean´s– Reihe, die mit der gleichen Grundidee seit den 1960ern zahlreiche Zuschauer in die Kinosäle lockt.

Photo by Pxhere / CC0 Public Domain

Kultfilm Ocean´s 11 oder Frankie und seine Spießgesellen

Die Tatsache, dass die Ocean´s–Trilogie ein Remake ist, ist den meisten Zuschauern unbekannt. Bereit in den 60ern erschien die Originalversion, die auf einer Romanvorlage von George Clayton Johnson basierte. Im deutschen Markt wurde der erfolgreiche Film unter den Namen Frankie und seine Spießgesellen veröffentlicht. Regie führte damals der Oscarpreisträger Lewis Milestone. Die Besetzung war die Creme de la Creme der amerikanischen Filmszene von damals. Das sogenannte „Rat Pack“, eine populäre Gruppe von Schauspielern und Entertainern, die vor allem in Las Vegas einen Namen mit ihren Auftritten gemacht hatten, belebten den Streifen. Ein Mitglied dieser Gruppe war auch der legendäre Künstler Frank Sinatra. Mit Danny (dt. Frankie) Ocean ergatterte er die Hauptrolle des Films. Der Ausgangspunkt des Drehbuches war der Plan von Ocean einen Raubüberfall auf fünf Casinos in einer einzigen Nacht mit seinen Komplizen durchzuführen. Wer sich am Charme der Streifen der 60er und 70er Jahre erfreut, wird hiermit einen Klassiker von dieser Zeit finden. Für Menschen, die jedoch ein unbekanntes Terrain betreten, kann der Film etwas zäh wirken.

Photo by Pxhere / CC0 Public Domain

Die Ocean´s-Trilogie

In ähnlicher Tradition wurden dann in 2001 Ocean´s 11 wiederverfilmt. Dem folgten wenige Jahre später zwei weitere Sequels, welche die Ocean´s-Trilogie vervollständigten. Die Grundidee des Drehbuchs von Frankie und seine Spießgesellen wurde den Zuschauern hier in modernisierter Form angeboten. Alle drei Teile der Trilogie zeigen einen strategisch geplanten Raubzug, der von Danny Ocean und seinen Freunden organisiert und mit Witz und Coolness verwirklicht wird. Dabei baut der Drehbuch jedes Filmes auf den Handlungsverlauf des vorherigen Teiles auf. Erneut wurden die Rollen mit Hollywoods großen Namen wie George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon oder Julia Roberts besetzt. Der Regisseur war diesmal Steven Soderbergh, der für seine Finesse bei der Verfilmung von Mainstream-Kino gefeiert wurde. Er erreichte seinen größten kommerziellen Erfolg mit dieser Reihe.

Der Erfolgsrezept der Ocean´s-Filme ist klar ersichtlich: Eine gute Regieführung, eine prominente Besetzung der Rollen und ein Drehbuch über einen raffinierten Raubüberfall, welches an die Erwartungen der Zuschauer angepasst wurde. Folglich bleibt man zwar der originalen Geschichte treu, aber verändert sie bezüglich der Rahmenbedingungen ihrer Zeit. So ist es nicht verwunderlich, dass die Rollen im letzten Streifen fast nur weiblich besetzt wurden. Die aktuellen Skandale in Hollywood bezüglich Frauen und deren Schwierigkeiten sich in der Entertainment-Szene zu etablieren, kreierten neue Diskussionen in der Filmindustrie. Die fortwährenden Kontroverse über das Körperbild von Schauspielerinnen nimmt kein Ende. Dazu sind Frauen als Hauptrollen sowie Helden immer noch in Unterzahl. Ocean´s 8 setzt erfolgreich ein Zeichen dagegen. Die Zuschauer scheinen dies zu unterstützen und antworten mit hohen Einspielergebnissen.